Wenn ein Leck tief unter dem Estrich, hinter Betonplatten oder in schwer zugänglichen Bereichen liegt, stoßen viele Ortungsverfahren an ihre Grenzen. Die Tracer-Gas-Leckortung ist in solchen Fällen oft die präziseste und schonendste Methode – mit zentimetergenauer Lokalisierung ganz ohne Aufbruch.

Was ist Tracer-Gas Leckortung?

Bei der Tracer-Gas-Leckortung wird ein spezielles Gasgemisch – meist Wasserstoff (5 %) und Stickstoff (95 %) – in das zu prüfende Rohrsystem eingeleitet. Das Gas ist nicht brennbar, nicht giftig und ungefährlich. Es entweicht an der undichten Stelle aus dem Rohr und steigt durch den Boden oder das Mauerwerk an die Oberfläche. Dort wird es mit einem hochempfindlichen Gasdetektor aufgespürt.

Schritt-für-Schritt-Ablauf der Tracer-Gas-Leckortung

  1. Vorbereitung: Das Rohrsystem wird vom Netz getrennt und abgedichtet. Das Wasser wird aus dem betroffenen Abschnitt entfernt.
  2. Gaseinleitung: Das Tracer-Gasgemisch wird kontrolliert in das Rohrsystem eingeleitet und unter leichtem Überdruck gehalten.
  3. Wartezeit: Das Gas hat Zeit, durch das Leck auszutreten und durch den Baustoff aufzusteigen. Je nach Bodentiefe und -dichte dauert das einige Minuten bis Stunden.
  4. Detektion: Der Techniker führt ein hochsensibles Gasmessgerät systematisch über die Fläche. Wo Gaskonzentration anzeigt, befindet sich das Leck.
  5. Markierung: Die Leckstelle wird präzise markiert, fotografiert und dokumentiert.

Für welche Rohrsysteme eignet sich das Verfahren?

  • Trinkwasserleitungen unter Estrich oder Bodenplatten
  • Fußbodenheizungsrohre
  • Heizungsleitungen in Boden und Wand
  • Außenleitungen unter Asphalt oder Pflaster
  • Gasleitungen (mit entsprechend angepasstem Prüfgas)

Vorteile der Tracer-Gas-Methode

Höchste Präzision

Die Leckstelle wird auf wenige Zentimeter genau lokalisiert. Das minimiert den Eingriff bei der Reparatur erheblich.

Vollständig zerstörungsfrei

Weder Boden noch Wände müssen für die Ortung geöffnet werden.

Funktioniert auch ohne Wasserflecken

Selbst wenn noch keine sichtbaren Feuchteschäden entstanden sind, findet das Verfahren das Leck – ideal zur Früherkennung.

Geeignet für jede Bodenart

Das Gas durchdringt Estrich, Beton, Fliesen, Holz und Erde gleichermaßen.

Grenzen der Tracer-Gas-Leckortung

Bei sehr großen, flächendeckenden Undichtigkeiten oder bei stark versiegelten Oberflächen kann das Gas schwerer aufsteigen und die Detektion erschwert sein. In solchen Fällen kombinieren Fachleute das Verfahren mit anderen Methoden wie Thermografie oder Druckprüfung. Mehr dazu auf unserer Seite zur professionellen Leckortung.

Ist das Tracer-Gas gesundheitlich unbedenklich?

Ja – das eingesetzte Wasserstoff-Stickstoff-Gemisch ist nicht brennbar (unter 4 % Wasserstoffanteil = kein Explosionsrisiko), nicht giftig und hinterlässt keinerlei chemische Rückstände im Rohrsystem oder in der Bausubstanz. Es verflüchtigt sich rückstandslos.

FAQ: Tracer Gas Leckortung

Wie lange dauert eine Tracer-Gas-Ortung?

Je nach Größe des Rohrsystems und Bodentiefe 1–4 Stunden.

Wie teuer ist das Verfahren?

In der Regel zwischen 250 und 600 Euro. Bei Versicherungsschäden oft erstattungsfähig.

Kann das Gas das Trinkwasser verunreinigen?

Nein – das Gas wird in das entleerte Rohrsystem eingeleitet und hinterlässt keine chemischen Rückstände.

Muss ich den Raum verlassen?

Grundsätzlich nicht. Bei großen Mengen und schlecht belüfteten Räumen kann kurzzeitige Belüftung empfohlen werden.

Was passiert nach der Ortung?

Das Gas wird abgelassen, das Rohrsystem gespült und für die Reparatur freigegeben. Der Eingriff erfolgt nur an der markierten Stelle.

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