Probleme im Abwassersystem zeigen sich selten auf den ersten Blick. Verstopfungen, Risse oder Wurzeleinwuchs bleiben oft jahrelang verborgen – bis der Schaden groß ist. Eine Kanalinspektion per Rohrkamera schafft Klarheit: Was steckt wirklich im Rohrnetz? Und was kostet das?
Was ist eine Kanalinspektion?
Bei der Kanalinspektion wird eine kompakte Kamera an einem flexiblen Schubstab oder auf einem ferngesteuerten Fahrwerk in das Kanalsystem eingeführt. Die Kamera überträgt Livebilder auf einen Monitor und nimmt alles auf. So lassen sich Schäden, Ablagerungen und Hindernisse im Rohrnetz erkennen – ohne Aufgrabung, ohne Zerstörung.
Wann ist eine Kanalinspektion sinnvoll?
Regelmäßige Verstopfungen
Wenn ein Abfluss trotz Reinigung immer wieder verstopft, liegt oft eine strukturelle Ursache vor – ein abgesacktes Rohr, ein Riss mit Erdeinschluss oder Baumwurzeleinwuchs. Die Kamera zeigt, was wirklich los ist.
Vor dem Kauf einer Immobilie
Eine Kanalinspektion beim Hauskauf gehört zur Due Diligence: Unbekannte Schäden im Kanalsystem können zu erheblichen Nachkosten führen.
Nach einem Rohrbruch oder Wasserschaden
Ergänzend zur Leckortung liefert die Rohrkamera visuelle Gewissheit über den Zustand des Rohrsystems.
Unangenehme Gerüche oder langsamer Abfluss
Wenn Gerüche aus Abflüssen oder ein nachlassender Durchfluss auf strukturelle Probleme hinweisen, schafft die Kamera schnelle Klarheit.
Pflichtinspektion bei Gewerbeimmobilien
In bestimmten Kommunen und für gewerblich genutzte Grundstücke ist eine regelmäßige Dichtheitsprüfung des Kanalsystems gesetzlich vorgeschrieben.
Was kostet eine Kanalinspektion?
Die Kosten hängen von Rohrlänge, Zugänglichkeit und eingesetzter Technik ab:
- Einfache Inspektion (bis 10 m): ab ca. 100–250 Euro
- Standard-Inspektion (Einfamilienhaus, 20–50 m): 250–600 Euro
- Komplexe Befahrung (mehrere Stränge, Außenkanäle): 600–1.500 Euro
- Mit Dokumentation und Videobericht: Aufpreis je nach Anbieter
Viele Versicherungen übernehmen die Kosten, wenn die Inspektion im Rahmen einer Schadensabklärung erfolgt.
Was wird bei einer Kanalinspektion gefunden?
- Risse, Brüche und Abscherungen
- Eingewachsene Baumwurzeln
- Versatz und Ablagerungen
- Fehlanschlüsse und Fehlverlegungen
- Fremdkörper und Verstopfungen
- Zustand von Verbindungsstellen und Muffen
Kanalinspektion und Sanierung
Werden Schäden festgestellt, folgt die Empfehlung für eine geeignete Sanierungsmethode. Häufig kommt ein grabungsloses Verfahren (Inlining, Kurzliner) zum Einsatz, das den Schaden ohne Aufgrabung behebt. Details zur Rohrkamera-Befahrung finden Sie hier.
FAQ: Kanalinspektion Kosten
Ist eine Kanalinspektion Pflicht?
Nicht generell – aber für Gewerbeimmobilien in bestimmten Bundesländern und Kommunen kann es gesetzliche Anforderungen geben.
Wie lange dauert eine Kanalinspektion?
30 Minuten bis mehrere Stunden, je nach Umfang.
Kann ich eine Kanalinspektion steuerlich absetzen?
Als Vermieter: ja, als Werbungskosten oder Erhaltungsaufwand. Als Eigennutzer möglicherweise als haushaltsnahe Dienstleistung.
Bekomme ich eine Aufzeichnung?
Ja – in der Regel erhalten Sie ein Video und einen schriftlichen Befundbericht.
Was, wenn die Kamera nicht ins Rohr passt?
Für sehr enge Rohre gibt es spezialisierte Mini-Kameras. Informieren Sie den Anbieter vorab über die Rohrdimension.
Brauchen Sie eine Kanalinspektion oder Rohrkamera-Befahrung? Wir helfen schnell und zuverlässig.
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