Die Fußbodenheizung heizt ungleichmäßig, gluckert oder ein Bereich des Bodens bleibt kalt – das sind klassische Anzeichen dafür, dass Luft im System ist. Das Entlüften der Fußbodenheizung ist eine notwendige Wartungsmaßnahme, die jeder Hauseigentümer kennen sollte. Aber wann ist es wirklich nötig, und wie geht es richtig?

Warum gerät Luft in die Fußbodenheizung?

In einem gut gewarteten, geschlossenen Heizungssystem sollte sich eigentlich keine Luft befinden. Luft im System entsteht durch:

  • Nachfüllen von Heizungswasser (bringt gelösten Sauerstoff mit)
  • Undichtigkeiten im Rohrsystem, die Luft einlassen
  • Erstinbetriebnahme oder Neubefüllung nach Reparatur
  • Gasblasen aus dem Heizungswasser (Entgasung)

Anzeichen dafür, dass die Fußbodenheizung entlüftet werden muss

  • Gluckernde oder rauschende Geräusche im Boden
  • Einzelne Bereiche des Bodens heizen nicht
  • Ungleichmäßige Wärmeverteilung trotz korrekter Einstellung
  • Die Heizung läuft länger, als sie müsste
  • Druckverlust im System

Wie wird eine Fußbodenheizung entlüftet?

Schritt 1: Heizkreisverteiler orten

Der Heizkreisverteiler (in einem Schrank an der Wand) ist die zentrale Schaltstelle. Hier sind alle Heizkreise zusammengeführt. Meist befindet sich hier auch eine Entlüftungsmöglichkeit.

Schritt 2: Automatischer Entlüfter prüfen

Viele moderne Systeme haben automatische Entlüfter am Verteiler. Prüfen Sie, ob diese funktionieren und nicht verstopft sind.

Schritt 3: Manuelle Entlüftung

Ist kein automatischer Entlüfter vorhanden oder funktioniert er nicht, muss manuell entlüftet werden:

  1. Pumpe am Heizkreisverteiler einschalten.
  2. Alle Heizkreise öffnen.
  3. Entlüftungsventil am Verteiler langsam öffnen, bis Wasser austritt (kein Zischen mehr).
  4. Druck prüfen und bei Bedarf Wasser nachfüllen.

Schritt 4: Alle Kreisläufe prüfen

Öffnen und schließen Sie jeden Heizkreis einzeln und prüfen Sie, ob gleichmäßiger Durchfluss vorhanden ist.

Entlüftung und Druckverlust: Wenn mehr dahintersteckt

Wenn die Fußbodenheizung nach dem Entlüften regelmäßig wieder Probleme macht oder der Druck schnell wieder abfällt, ist Luft möglicherweise nur ein Symptom – und die Ursache ist ein Leck. Ein undichtes Rohr lässt Luft eintreten und Wasser austreten. In diesem Fall hilft Entlüften nur kurzfristig.

Eine professionelle Leckortung findet das Problem dauerhaft. Bei regelmäßigem Druckverlust trotz Entlüftung sollten Sie einen Fachmann hinzuziehen, bevor weiterer Schaden entsteht.

Wann sollte ein Fachmann entlüften?

  • Wenn Sie den Heizkreisverteiler nicht finden oder nicht kennen
  • Wenn nach der Entlüftung Probleme weiterbestehen
  • Wenn der Druckverlust wiederholt auftritt
  • Wenn die Heizanlage nach einer Reparatur oder Instandsetzung neu befüllt wurde

Nach einem Leck und der anschließenden Reparatur empfiehlt sich auch eine professionelle Bautrocknung, um sicherzustellen, dass keine Feuchtigkeit im Estrich verbleibt.

FAQ: Fußbodenheizung entlüften

Wie oft muss eine Fußbodenheizung entlüftet werden?

In einem dichten System selten bis nie. Bei auffälligen Symptomen sofort, bei Wartung einmal pro Heizperiode überprüfen.

Kann ich selbst entlüften?

Ja – wenn Sie den Verteiler kennen und die Anleitung befolgen. Bei Unsicherheit lieber Fachmann hinzuziehen.

Was kostet professionelles Entlüften?

Als eigenständige Leistung 50–200 Euro, je nach Aufwand.

Ist Entlüften gefährlich?

Nein – wenn korrekt durchgeführt. Achten Sie darauf, dass der Druck anschließend korrekt ist.

Was wenn die Heizung nach dem Entlüften immer noch nicht funktioniert?

Druckprüfung und Leckortung in Auftrag geben – ein Leck ist die häufigste tiefere Ursache.

Hat Ihre Fußbodenheizung regelmäßige Druckprobleme trotz Entlüftung? Wir helfen schnell und zuverlässig.
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