Wenn Wasser aus einer Leitung austritt, ohne dass die Schadensstelle sichtbar ist, kommt es auf die richtige Methode an. Die Wahl der Leckortungstechnik entscheidet darüber, wie schnell, präzise und schonend das Leck gefunden wird. Dieser Überblick erklärt die drei wichtigsten Methoden – und wann sie zum Einsatz kommen.
Thermografie: Wärme verrät das Leck
Wie funktioniert die Thermografie?
Wärmebildkameras erfassen Temperaturunterschiede auf Oberflächen. Tritt Wasser aus einem Rohr aus, verändert es die Temperatur der umgebenden Baustoffe. Diese Temperaturdifferenz wird als Farbbild sichtbar gemacht – selbst hinter Putz, Estrich oder Bodenbelägen.
Wann ist Thermografie sinnvoll?
- Fußbodenheizungen: Undichtigkeiten im Rohrsystem zeigen sich als Temperaturanomalien im Boden.
- Heizungsleitungen: Warme Rohre heben sich deutlich von kühlen Wänden ab.
- Flachdächer und Terrassen: Eindringende Feuchtigkeit speichert Wärme anders als trockene Bereiche.
Grenzen der Thermografie
Die Methode ist bei sehr kleinen Lecks oder tief verlegten Leitungen weniger präzise. Auch Außentemperaturen und Sonneneinstrahlung beeinflussen das Ergebnis. Trotzdem gehört sie zu den schonendsten und am häufigsten eingesetzten Methoden.
Tracer-Gas: Maximale Präzision für unsichtbare Lecks
Wie funktioniert das Tracer-Gas-Verfahren?
Beim Tracer-Gas-Verfahren wird ein harmloses Gasgemisch (meist Wasserstoff-Stickstoff) in das Rohrsystem eingeleitet. Das Gas entweicht am Leck und steigt durch den Boden an die Oberfläche. Mit einem hochempfindlichen Sensor wird es punktgenau geortet – auf den Zentimeter genau.
Wann ist Tracer-Gas die richtige Wahl?
- Tief verlegte Wasserleitungen, bei denen andere Methoden versagen.
- Sehr kleine Lecks ohne sichtbare Feuchtigkeitsschäden.
- Leitungen unter Betonplatten, Asphalt oder Pflasterbelägen.
Sicherheit des Tracer-Gases
Das verwendete Gasgemisch ist nicht brennbar und gesundheitlich unbedenklich. Es verflüchtigt sich rückstandslos und hinterlässt keinerlei Spuren im Gebäude oder Rohrsystem.
Druckprüfung: Systemtest für Rohrnetzwerke
Wie funktioniert die Druckprüfung?
Das Rohrsystem wird unter Druck gesetzt und der Druckabfall über einen definierten Zeitraum gemessen. Sinkt der Druck, ist irgendwo eine Undichtigkeit vorhanden. In Kombination mit anderen Methoden lässt sich dann die genaue Stelle eingrenzen.
Wann wird die Druckprüfung eingesetzt?
- Zur Überprüfung nach Neuinstallationen oder Sanierungen.
- Als erster Schritt, um überhaupt festzustellen, ob ein Leck vorhanden ist.
- Bei Heizungssystemen mit regelmäßigem Druckverlust.
Weitere Methoden im Überblick
Korrelationsverfahren (Akustik)
Spezielle Mikrofone werden an zwei Punkten der Leitung befestigt. Das Geräusch des austretenden Wassers wird akustisch analysiert und die Leckstelle anhand der Laufzeitunterschiede berechnet. Besonders geeignet für Trinkwasserleitungen unter Straßen oder Grünflächen.
Endoskopie / Rohrkamera
Eine Kamera wird in das Rohrsystem eingeführt und liefert direkte Bilder des Rohrinneren. So lassen sich Risse, Korrosion oder Fremdkörper sichtbar machen. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite zur Rohrkamera-Befahrung.
Welche Methode ist die richtige für mein Problem?
Die Wahl der Methode hängt von mehreren Faktoren ab: Art der Leitung, Tiefe der Verlegung, Art des Schadens und bereits vorhandene Symptome. In der Praxis kombinieren Fachbetriebe häufig mehrere Verfahren, um ein sicheres Ergebnis zu erzielen. Die professionelle Leckortung beginnt immer mit einer gründlichen Analyse der Situation.
FAQ: Leckortung Methoden
Muss ich Böden oder Wände für die Leckortung öffnen?
Moderne Verfahren wie Thermografie und Tracer-Gas sind komplett zerstörungsfrei. Eine Öffnung des Bodens ist nur notwendig, wenn das Leck repariert werden muss – nicht für die Ortung selbst.
Wie lange dauert eine professionelle Leckortung?
Je nach Methode und Gebäudegröße zwischen 1 und 4 Stunden. In einfachen Fällen ist das Leck in weniger als einer Stunde lokalisiert.
Wer übernimmt die Kosten?
Häufig die Wohngebäudeversicherung. Klären Sie vorab mit Ihrer Versicherung, welche Kosten übernommen werden.
Kann ich selbst nach einem Leck suchen?
Einfache Sichtkontrollen und Feuchtigkeitsmessungen sind möglich. Für genaue Ortungen im Boden oder hinter Wänden benötigen Sie professionelle Ausrüstung und Fachkenntnisse.
Gibt es Unterschiede bei Gas- und Wasserlecks?
Ja – Gaslecks erfordern spezielle Sicherheitsmassnahmen und andere Detektoren. Bei Gasverdacht: Gebäude sofort verlassen, Notdienst anrufen.
Haben Sie ein Leck und wissen nicht, welche Methode die richtige ist? Wir helfen schnell und zuverlässig.
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